Als Führungskraft weisst du, dass eine positive Kommunikation entscheidend für die Teamleistung ist. Doch wie lässt sich diese positive Dynamik schaffen, ohne kritische Stimmen und konstruktive Kritik zu unterdrücken? Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zu finden: Positive Kommunikation sollte im Teamalltag überwiegen, doch Raum für konstruktive Kritik muss ebenfalls bestehen bleiben. Eine Möglichkeit, die positive Kommunikation zu stärken, besteht darin, regelmässige Teamrückblicke einzuführen und gemeinsam die positiven Erlebnisse des Tages oder der Woche zu reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
Höchstleistungsteams: Mehr positive als negative Kommunikation
Untersuchungen zeigen, dass Höchstleistungsteams anders kommunizieren als Teams mit durchschnittlicher oder schwacher Leistung. In erfolgreichen Teams überwiegt die positive Kommunikation die negative Kommunikation bei Weitem. Studien haben gezeigt, dass das Verhältnis von positiver zu negativer Kommunikation in diesen Teams in einem gesunden Verhältnis von etwa 5:1 liegt. Dies bedeutet, dass auf jede negative oder kritische Äusserung mindestens fünf positive kommen sollten.
Doch ausschliesslich positive Kommunikation kann auch gefährlich sein. Wenn Teams ausschliesslich positiv kommunizieren, besteht die Gefahr, dass sie sich in einem unrealistischen Optimismus verlieren. Dies kann dazu führen, dass negative Entwicklungen ignoriert oder wichtige Innovationspotenziale übersehen werden. Langfristig braucht es also beide Pole – sowohl die positive als auch die kritische Kommunikation – doch der Schwerpunkt sollte immer auf der positiven Interaktion liegen.
Positive Kommunikation: unterstützend, ermutigend, wertschätzend
Aber was genau bedeutet positive Kommunikation im Teamkontext? Sie äussert sich in unterstützenden, ermutigenden und wertschätzenden Interaktionen. Dazu gehören aktives und interessiertes Zuhören, Nachfragen und das Aussprechen lassen der anderen. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jede Person gehört und respektiert fühlt. Negative Kommunikation hingegen äussert sich oft in Missbilligung, Sarkasmus oder Zynismus. Auch das Unterbrechen oder das nicht ernsthafte Eingehen auf das Gesagte gehört zu dieser Kategorie. Ein abruptes Wechseln des Themas oder das Zeigen von Desinteresse sind ebenfalls Formen negativer Kommunikation, die die Teamdynamik beeinträchtigen können.
Eine interessante Debatte dreht sich um das Thema kritische Nachfragen. Manche betrachten sie als destruktiv, doch das ist nicht zwangsläufig so. Es hängt von der Art und Weise ab, wie die kritischen Fragen gestellt werden. Wertschätzend und konstruktiv formuliert, können sie sogar zu mehr Klarheit und Weiterentwicklung führen. Das Ziel sollte immer sein, Raum für Kritik zu lassen, ohne dass sie destruktiv wirkt. Eine konstruktive Kritik, die den Raum für Lernen und Wachstum schafft, kann für die Entwicklung von Mitarbeitenden, Teams und Prozessen von grossem Wert sein.
Tagesrückblick zur Stärkung der positiven Kommunikation
Eine bewährte Methode, um die positive Kommunikation im Team zu stärken, ist der positive Tagesrückblick. Diese Methode wird häufig im individuellen Coaching angewendet und hat sich als wirksam erwiesen, um die Wahrnehmung zu schärfen, die Interpretation von Situationen zu ändern und das eigene Verhalten anzupassen. Übertragen auf den Teamkontext, kann diese Methode ebenfalls dazu beitragen, eine positive Kommunikationskultur zu fördern.
Der Tagesrückblick dient dazu, den Tag Revue passieren zu lassen und sich auf positive Momente zu fokussieren. Dies hilft dabei, das Augenmerk auf das zu lenken, was gut läuft, und stärkt die positive Grundhaltung im Team.
Vorgehen
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Individueller Tagesrückblick
Jedes Teammitglied nimmt sich am Ende des Tages Zeit, drei positive Ereignisse des Tages zu notieren. Hilfreiche Fragen könnten dabei sein:
- Was ist heute gut gelaufen?
- Warum ist es gut gelaufen?
- Was habe ich dazu beigetragen?
Ein Beispiel könnte lauten: „Ich habe heute an meine kurzen Pausen gedacht und fühle mich trotz eines langen Arbeitstages noch energiegeladen. Das ist mir gelungen, weil ich mir einen Pausen-Reminder im Kalender gesetzt habe.“
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Austausch im Team
Zu Beginn eines wöchentlichen Teammeetings teilt jedes Teammitglied eine positive Erfahrung und den eigenen Beitrag dazu. Wichtig ist dabei, dass die Äusserungen nicht kommentiert werden. Sie sollen einfach im Raum stehen bleiben, um jedem die Möglichkeit zu geben, seine Erfahrungen ungefiltert mitzuteilen.
Hinweis: Zu Beginn mag es ungewohnt sein, den Fokus auf das Positive zu lenken und sich selbst für Erfolge zu loben. Ein gewisser Widerstand ist dabei ganz normal. Nach einigen Sitzungen kann jedoch eine neue Gewohnheit entstehen, bei der es selbstverständlich wird, die positiven Aspekte der Arbeit bewusst wahrzunehmen.
Und was ist mit negativer Kommunikation?
Natürlich gibt es auch Teams, in denen die Kommunikation überwiegend negativ ist, sei es aufgrund von Konflikten, Frustration oder unbewussten Kommunikationsmustern. Wenn du als Führungskraft merkst, dass die Teamkommunikation von negativen Interaktionen dominiert wird und du alleine keine Lösung findest, kann ein Teamcoaching eine wertvolle Unterstützung sein. Im Rahmen eines Coachings können negative Kommunikationsmuster offengelegt und reflektiert werden. Gemeinsam können dann Alternativen entwickelt werden, um die Kommunikation im Team zu verbessern.
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Team in einem solchen Muster feststeckt, biete ich dir gerne einen unverbindlichen Anruf an, um gemeinsam herauszufinden, wie ich dich und dein Team unterstützen kann.
Quellen
Über Sybille Imbach, Organisationspsychologin
Sybille Imbach unterstützt Führungskräfte und Teams mit grosser Hingabe dabei, ihre emotionale Intelligenz und Resilienz zu stärken. Mit langjähriger Erfahrung als Organisationspsychologin spezialisiert sie sich auf nachhaltige Strategien im Stressmanagement und in der Teamentwicklung, um persönliches Wohlbefinden, wirksames Führen und konstruktive Teamarbeit zu fördern. Ihre Expertise kombiniert Psychologie und Coaching auf einzigartige Weise, um gesunde und produktive Arbeitsumgebungen zu schaffen.
Wenn klassische Tools oder Selbsthilfebücher nicht mehr weiterhelfen, setzt Sybille Imbach dort an, wo echte Veränderung beginnt: mit innerer Klärung, emotionaler Tiefe und nachhaltiger Selbstführung.



