Selbstwahrnehmung verbessern: Warum sie entscheidend ist und 2 Wege dorthin

Selbstwahrnehmung verbessern im Coaching in Zürich

Selbstwahrnehmung ist der Schlüssel zu erfolgreicher Führung. Doch wie viele von uns überschätzen diese Kompetenz? Studien zeigen, dass nur ein Bruchteil der Menschen tatsächlich ein realistisches Bild von sich selbst hat. Was passiert, wenn dir dieser wichtige Baustein fehlt, und wie kannst du ihn gezielt stärken? In diesem Artikel erfährst du, warum Selbstwahrnehmung so entscheidend ist und wie du sie mit einfachen Strategien verbessern kannst, um in deiner Führungsrolle erfolgreicher zu sein.

Inhaltsverzeichnis

Sich selbst realistisch sehen und dadurch wirksamer führen

Nach Daniel Goleman ist Selbstwahrnehmung die Kompetenz, sich selbst realistisch zu sehen, seine Emotionen und Verhaltensweisen zu erkennen und die eigenen Stärken, Schwächen, Motive und Werte zu verstehen. Tasha Eurich, Psychologin und Expertin auf dem Gebiet der Selbsterkenntnis, fasst in ihrem TED-Talk „Increase Your Self-Awareness With One Simple Fix“ diverse Forschungsergebnisse zusammen und zeigt damit die immense Bedeutung dieser Kompetenz: Menschen, die sich ihrer selbst bewusst sind, sind unter anderem erfüllter, haben stärkere Beziehungen, sind kreativer und selbstsicherer, sind bessere Kommunikatoren, leisten bessere Arbeit, werden eher befördert und sind wirksamere Führungskräfte in rentableren Unternehmen. Damit ist Selbstwahrnehmung nicht nur ein wichtiger Grundpfeiler von emotionaler Intelligenz nach Goleman, sondern auch der Schlüssel zu erfolgreicher Führung. Und dennoch fehlt sie oft. Warum?

 

Wir überschätzen uns

Die Statistik zeigt, dass die meisten Menschen ihre Selbstwahrnehmung überschätzen. Tasha Eurichs Team fand heraus, dass 95 Prozent der Menschen glauben, dass sie sich ihrer selbst bewusst sind. Tatsächlich sind es jedoch nur etwa 10-15 Prozent! 😉

 

Innere und äussere Selbstwahrnehmung

Tasha Eurich unterscheidet in ihrer Arbeit zwischen zwei Arten der Eigenwahrnehmung:

  • Die innere Selbstwahrnehmung bezieht sich auf dein Verständnis deiner eigenen Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen. Bist du in der Lage, deine eigenen Stärken und Schwächen klar zu sehen? Kennst du deine Werte und weisst du, was dich motiviert?
  • Die äussere Selbstwahrnehmung hingegen beschreibt, wie gut du verstehst, wie andere Menschen dich wahrnehmen. Dies ist besonders wichtig in der Führung, da deine Fähigkeit, mit deinem Team zu kommunizieren und Beziehungen zu pflegen, direkt davon beeinflusst wird, wie andere dich sehen und erleben.

Laut Eurich müssen Führungskräfte ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Arten der Selbstwahrnehmung entwickeln. Es reicht nicht aus, nur zu wissen, wie du dich selbst siehst; du musst auch erkennen, wie andere dich wahrnehmen.

 

Wie mangelnde Selbstreflexion zum Burnout führt

Ohne ausreichendes Bewusstsein für dich selbst kannst du die frühen Warnsignale von Stress und Überforderung übersehen. Viele Führungskräfte, die zu wenig Selbstwahrnehmung haben, ignorieren ihre Grenzen und nehmen Anzeichen von Erschöpfung nicht wahr. Dadurch steigt das Risiko für Burnout.

Wenn du deine eigenen emotionalen Zustände nicht wahrnimmst, entwickelst du oft ungesunde Bewältigungsmechanismen, wie das Ignorieren von Pausen oder das Unterdrücken von Emotionen. Auf lange Sicht führt dies zu einem Gefühl der Überwältigung, was nicht nur deine eigene Leistungsfähigkeit, sondern auch die Leistung deines Teams beeinträchtigt.

Ein Mangel an Selbstreflexion bedeutet auch, dass du deine Verhaltensweisen nicht anpasst. Ohne diese Kompetenz ist es schwierig, emotionale Reaktionen zu kontrollieren, was in Stresssituationen zu impulsiven oder reaktiven Entscheidungen führen kann.

 

Der Weg zu mehr Selbstwahrnehmung

Wie kannst du nun deine Selbstwahrnehmung verbessern? Tasha Eurich betont zwei zentrale Strategien:

  1. Frage „Was“ statt „Warum“
  • Statt dich zu fragen „Warum bin ich so gestresst?“, frag dich „Was kann ich tun, um besser damit umzugehen?“ Diese einfache Änderung der Fragestellung kann dir helfen, konstruktiver und lösungsorientierter zu denken.
  • Fragen wie „Warum“ führen oft zu negativen Gedankenspiralen und Selbstkritik, während „Was“-Fragen dich auf konkrete Handlungsmöglichkeiten fokussieren.
  1. Nutze Feedback
  • Um zu wissen, wie du von aussen wahrgenommen wirst, ist es wichtig, regelmässig Feedback von deinen Mitarbeitenden und Kollegen einzuholen. Feedback gibt dir wertvolle Einblicke, wie andere dich wahrnehmen, und hilft dir, blinde Flecken zu erkennen.
  • Ein 360-Grad-Feedback ist dabei besonders wertvoll, weil es dir ermöglicht, eine umfassende Sichtweise auf dein Führungsverhalten zu erhalten.

 

Langfristiger Erfolg durch Selbstreflexion

Selbstwahrnehmung ist ein kontinuierlicher Prozess. Es reicht nicht aus, einmalig Feedback einzuholen oder sich eine Stunde Zeit für Selbstreflexion zu nehmen. Es geht darum, regelmässig innezuhalten und bewusst über dein Verhalten, deine Emotionen, Werte und Motive nachzudenken. Führungskräfte, die sich kontinuierlich um ihre Selbstkenntis bemühen, sind nicht nur erfolgreicher und haben bessere Beziehungen zu ihrem Team, sondern sind auch ausgeglichener und widerstandsfähiger gegenüber Stress.

Wann hast du das letzte Mal aktiv Feedback eingeholt? Wenn du dabei Unterstützung suchst, um ehrliches Feedback zu erhalten und gezielt an deiner Selbstwahrnehmung zu arbeiten, melde dich gerne bei mir. Gemeinsam können wir herausfinden, wie du deine Führungskompetenz weiterentwickeln kannst. Und falls du mehr zum Thema lesen möchtest, empfehle ich dir den Artikel «Vier häufige Fallen bei der Selbstreflexion und wie du sie umgehst».

 

Quellen

Über Sybille Imbach, Organisationspsychologin

Sybille Imbach unterstützt Führungskräfte und Teams mit grosser Hingabe dabei, ihre emotionale Intelligenz und Resilienz zu stärken. Mit langjähriger Erfahrung als Organisationspsychologin spezialisiert sie sich auf nachhaltige Strategien im Stressmanagement und in der Teamentwicklung, um persönliches Wohlbefinden, wirksames Führen und konstruktive Teamarbeit zu fördern. Ihre Expertise kombiniert Psychologie und Coaching auf einzigartige Weise, um gesunde und produktive Arbeitsumgebungen zu schaffen.

Wenn klassische Tools oder Selbsthilfebücher nicht mehr weiterhelfen, setzt Sybille Imbach dort an, wo echte Veränderung beginnt: mit innerer Klärung, emotionaler Tiefe und nachhaltiger Selbstführung.n.

Sybille Imbach - Imbach Coaching & Consulting Zürich